Adresse: Jagowstr. 15, 10555 Berlin, Tel. 393 29 75, Ansprechpartnerin:
Frau Nolting
Offen für alle?......... Offen für alle!
Kleine und große, junge und alte, behinderte und nicht behinderte,
weiße und farbige, Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen, unterschiedlichen
Lebenssituationen.
Es mangelt an Begegnungsstätten im Kiez - jahrelange Kämpfe
um ein zentral gelegenes Nachbarschafts- und Kulturzentrum in Moabit waren
vergeblich. Allen Sparmaßnahmen zum Trotz fand sich eine Gruppe Unentwegter
zusammen, die wenigstens einen kleinen Treffpunkt einrichten wollte. Der
allgemeinen Resignation etwas entgegensetzen. Nicht zu Hause versauern.
Brachliegende Ressourcen aufspüren. Für uns selber und gemeinsam
mit anderen wieder eine Perspektive entwickeln.
Erstaunlicherweise fanden wir 1996 einen halbwegs bezahlbaren
Laden, den wir für unsere Zwecke ausgebaut haben: ein kleines Café,
ein Veranstaltungsraum, Küche, Werkstatt. Die Räume sind erhalten.
Wir kochen unser Gemüse vom Bio-Bauern, werken, spielen und diskutieren
zusammen, unterstützen und beraten uns gegenseitig, sammeln Bücher
und Zeitschriften für eine kleine Bibliothek. Geplant ist der Aufbau
einer Kinderbetreuung. Insbesondere alleinerziehenden Eltern mit behinderten
Kindern wollen wir konkrete Entlastung bieten, einen Ort, wo sie mit ihren
Freuden und Sorgen aufgehoben sind, sich - mit Anleitung - gegenseitig
beraten und unterstützen können.
Auf den regelmaßigen öffentlichen Sitzungen werden die Arbeiten im Laden und die Aktivitäten geplant. Manches entwickelt sich zäher als wir gedacht haben. Bedürfnisse gibt es viele. Aber für Menschen, die lange nicht mehr oder noch nie eine Struktur im Leben hatten, ist es schwer, Verantwortung zu übernehmen. Und bezahlte Stellen haben wir bisher nicht zur Verfügung, da wir keine öffentlichen Fördermittel erhalten. Alle Arbeiten und der Laden werden aus Spenden finanziert. Was andere wegwerfen, wird bei uns recycelt. Entweder wir brauchen es selbst oder geben es an andere weiter, die es brauchen können. Es werden hier aber nicht nur Waren, sondern auch Dienstleistungen getauscht. Wir wollen Menschen ermutigen, ihre Fähigkeiten (neu) zu entdecken, um sie für sich und andere nutzbringend einzusetzen. Dafür können sie dann wiederum (im Rahmen einer Tauschbörse) von den Fähigkeiten anderer profitieren.
Wir beschäftigen uns mit Umweltfragen, Ökologie im Alltag, gesunder Ernährung, beziehen unser Gemüse und Milch vom Bio-Bauern, organisieren Radtouren in die Umgebung .....
Außerdem engagieren wir uns sozialpolitisch. Grundthemen sind das Recht auf gesunde Umwelt und gesellschaftliche Teilhabe. Dazu gehört z. B. die Förderung nach einer sozialen Grundsicherung für alle und einer Veränderung unserer Wirtschaftsordnung in eine sozial und ökologisch ausgerichtete "Wirtschaft von unten", die nicht die Verwertbarkeit, sondern die Bedürfnisse der Menschen aller Altersgruppen in den Mittelpunkt stellt. Für diese Zielsetzungen arbeiten wir in verschiedenen lokalen Gruppen mit (z. B. bei der Agenda 21-Initiative und bei der Jugendhilfe-Planung im Bezirk), sind aber auch mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfe-Initiativen (BAG-SHI) vernetzt.